Seit dem 1. August 2020 sind die kenianischen Flughäfen wieder für den internationalen Passagierverkehr geöffnet. Für die Einreise nach Kenia ist zwingend ein negativer PCR-Test für COVID-19 erforderlich, der nicht älter als 96 Stunden vor Abreise sein darf. Kenia sieht grundsätzlich eine 14-tägige Quarantäne nach Einreise vor, die jedoch für Personen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in den auf der kenianischen Positivliste aufgezählten Staaten haben, nicht nötig ist. Deutschland befindet sich zurzeit auf dieser Positivliste, die täglich überprüft wird. Personen, deren Körpertemperatur bei Einreise mehr als 37,5 Grad Celsius beträgt, oder die COVID-19-ähnliche Symptome aufweisen oder in den beiden Sitzreihen vor oder hinter einer solchen Person im Flugzeug saßen, müssen sich in 14-tägige Quarantäne begeben. (Stand 12. August 2020)

Meine Erfahrung in Kenia, September 2020

Unser Kollege und ASA Mitglied Guido Bürger war im September auf Safari in Kenia. Zurück erzählt er in diesem Video wie beeindruckt er war - vom Land, von der Natur, den Menschen und von allen Sicherheitsmaßnahmen, die Kenia zur Zeit bietet und anwendet!

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Aktuelle Einreiseerfahrung nach Kenia

verfasst von Guido Bürger, Bürger International

Da ich gerade für eine Grenzenlos-Produktion nach 10 Tagen aus Kenia zurückgekehrt bin, möchte ich gerne meine Eindrücke teilen.

Die Einreisebestimmungen wurden im Vorfeld klar kommuniziert, ein negativer PCR-Test max 96 Stunden vor Einreise muss vorgezeigt werden, ebenso ein QR Code des Gesundheits-ministeriums, der nach erfolgreicher Eingabe eines Einreiseformulars erstellt wird https://ears.health.go.ke/ . Die Körpertemperatur soll nicht über 37,5 Grad C liegen. Ansonsten gelten die bisherigen Bestimmungen weiter, ein Visum muss beantragt werden und die Zählkarte sowie Zollformular im Flugzeug ausgefüllt werden.

Das Visum habe ich, wie fast immer, online unter www.ecitizen.go.ke beantragt und es wurde nach ca. 2 Stunden bestätigt. Das Gesundheitsformular kann erst ausgefüllt werden, wenn man bei der Fluglinie eingecheckt ist, da man zur Nachverfolgung die Sitzplatznummer angeben muss. Da der Online-Check-in bei der Lufthansa erst 24h vor Abflug öffnet, war dies mein letzter Schritt auf die Reise nach Kenia.

Da in Berlin üblicherweise die PCR-Tests mehr als 2 Tage benötigen, haben wir uns entschlossen, eine Übernachtung am Flughafen in Frankfurt einzuplanen. Idealweise habe ich einen Termin in Frankfurt kombinieren können. So sind wir einen Tag früher angereist, um mittags einen Schnelltest am Flughafencenter von Centogene durchführen zu lassen. Der Schnelltest muss bis max. 15 Uhr durchgeführt sein, um im angegebenen Zeitfenster die Ergebnisse vorliegen zu haben. Da wir registriert waren, konnten wir an der Schlange vorbei und waren bereits nach 10 Minuten wieder raus. Das negative Testergebnis erhielten wir nach ca. 5 Stunden.

Das Boarding- so wie auch das Aussteigeprocedere der Lufthansa richtet sich nach den Sitzreihen, sodass auch während des Ein- und Aussteigens genügend Abstand gehalten werden kann. Die Maschine hat eine 2-4-2 Bestuhlung und war mit ca. 70-80% belegt. Es gab also zahlreiche freie Sitzplätze. Während des Fluges muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Ankunft in Nairobi am Abend erfolgte nach einem reibungslosen Flug. Im Flughafen-terminal waren Abstandsaufkleber am Boden und man erreichte als erstes die Station des Gesundheitsministeriums, an der die Körpertemperatur gemessen wurde. Sie soll nicht über 37,5 Grad C sein. Ebenso wurde der QR Code eingelesen. Wer im Vorfeld das Formular nicht online ausfüllen konnte, hatte vor Ort noch die Möglichkeit. Danach ging es zum Visumschalter, auch hier überall Markierungen für den Warteabstand. Durch das Onlinevisum war die Einreise schnell und ohne Verzögerung möglich. Von Landung bis Gepäckentgegennahme sind ca. 30 Minuten vergangen! Unser Fahrer des Hotels wartete bereits außerhalb des Terminals.

Die Reise innerhalb Kenias erfolgte im Allradfahrzeug bzw. Flugzeug. Auch am Inlandsterminal des Int. Flughafens in Nairobi gelten Abstandsregeln wie im öffentlichen Bereich und Gebäuden auch. Außer der Maskenpflicht während des Fluges und der Befolgung des Abstandsgebotes am Flughafen war der Inlandsflug komfortable wie eh und je. Grundsätzlich muss man, bevor man ein Gebäude betritt die Hände desinfizieren und es wird die Temperatur gemessen: im Supermarkt, im Restaurant, im Hotel oder dem Camp. Innerhalb von Gebäuden, Allgemeinbereichen in Hotels etc. gilt eine Maskenpflicht. Am Platz im Restaurant kann die Maske dann abgenommen werden. In Safarifahrzeugen besteht keine Maskenpflicht, Händedesinfektion empfiehlt sich, das Fahrzeug wird aber auch regelmäßig desinfiziert. 

Zum Zeitpunkt der Reise galt noch ein Ausschankverbot von Alkohol, das am 28.09. aufgehoben wurde. Verzehr war also nur auf dem Zimmer oder dem Zelt erlaubt. Die nächtliche Ausgangssperre war für den Aufenthalt in Nairobi ungewohnt, Restaurants nehmen Bestellungen bis ca. 20.30 Uhr an, da ab 21 Uhr die Sperre gilt. Die Regelung wird aber nicht polizeilich durchgesetzt, da der Verkehr mitunter zu deutlichen Verzögerungen führen kann. Aber die Kenianer halten sich sehr diszipliniert daran und sind zu dieser Zeit auch wirklich auch dem Weg nach Hause. Transfers vom und zum Flughafen sind natürlich erlaubt, sodass An- und Abreise ganz normal funktionieren. An den Randzeiten 21 bzw. 4 Uhr morgens herrscht natürlich eine sehr hohe Verkehrsdichte, die zusätzlich durch den Bau des neuen Expressways in Nairobi beeinträchtigt wird. Dies berücksichtigt aber der Groundhandler im Reiseverlauf.

Der Aufenthalt war sehr beeindruckend, nicht nur von Seiten der Tier- und Naturerlebnisse. Es war vor allem auch sehr beeindruckend zu sehen, wie strikt die Protokolle eingehalten werden und wie tiefgreifend Hygiene- und Sicherheitsprotokolle entwickelt wurden. Die Regelungen sind wesentlich strikter und schlüssiger als in Deutschland und geben ein gutes Gefühl für den Reisenden.

Aus meiner Sicht kann ich nur bestätigen: Kenia ist bereit für internationale Gäste und bietet sich für außergewöhnliche Reisen an. Ich hatte das Glück, eine Flusskreuzung einer Herde mit über 10.000 Tieren über ca. 2,5 Stunden beobachten zu können. 

Das Infektionsgeschehen ist überschaubar, Fall- und Letalitätszahlen sind gering und das Gesundheitssystem kommt sehr gut klar mit der Situation. Alle Beteiligten der Tourismusindustrie freuen sich auf neue Gäste, die dringend benötigt werden, um Hotels, Unternehmen und Angestellten eine Zukunft zu bieten. Tourismus trägt zu 13% zum BIP in Kenia bei und beschäftigt ca. 2 Mio. Menschen.

„Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich bin, Touristen zu sehen“

Verfasst von: Alexander Meinzingen, Managing Director Kenya-Experience, ASA-Partner vor Ort in Kenia

Sechs Löwenjunge werden am 13. März in das Kananga-Rudel in der Talek Region der Masai Mara geboren, erklärt uns Guide Nick. Am gleichen Tag, an dem in Kenia der erste bestätigte Fall von Covid-19 bekannt wird. An einem Nachmittag Ende Juli liegen die sechs nun entspannt an der Böschung des Talek Rivers. Minutenlang schauen wir ihnen zu, ganz allein, ganz ungestört, ohne ein anderes Safariauto in Sicht. An einem „normalen“ Juli-Nachmittag in der Masai Mara schwer vorstellbar. 

Während die jungen Löwen in den vergangenen Monaten die große weite Welt der Savanne kennen lernten, werden in Nairobi und Mombasa die Stadtgrenzen geschlossen, genau wie Schulen, Unis, Kirchen, Moscheen, Bars, Restaurants und Fitnessstudios. Eine Ausgangssperre wird verhängt, Busse und Matatus dürfen nur noch mit der Hälfte an Fahrgästen besetzt sein. Vor Supermärkten und anderen Geschäften werden Handwasch-Stationen und Desinfektionsmittel platziert und das herzliche Lächeln vieler Kenianer verschwindet hinter bunten Stoffmasken. Der internationale Flugverkehr wird eingestellt. Schnell und streng will die Regierung gegen die Ausbreitung des Virus vorgehen. Seit den ersten Tagen und Wochen, in denen die Pandemie in Kenia angekommen ist, versucht Präsident Uhuru Kenyatta den Balanceakt zu meistern: Die Verbreitung des Virus in Schach und gleichzeitig die Wirtschaft am Laufen zu halten. 

Bestätigte Fälle gibt es seitdem in Kenia ca. 30.000, unter 500 Menschen sind laut offiziellen Angaben gestorben, knapp 17.000 wieder geheilt (17. August 2020). 

Die Stadtgrenzen der Ballungszentren Nairobi und Mombasa sind mittlerweile wieder geöffnet, Krankenhäuser haben Isolations-Stationen ausgeweitet, Hygiene-Protokolle sind ausgearbeitet und umgesetzt worden. Der World Travel and Tourism Council verleiht Kenia die „Safe Travel“ Auszeichnung. Seit Anfang August starten und landen internationale Fluggesellschaften wieder zuverlässig in Nairobi. Reisende aus Ländern, die als geringes Risiko eingestuft werden, darunter auch Deutschland, müssen bei Nachweis eines negativen Covid-Tests nicht in Quarantäne. Safari-Guides und andere Beschäftigte im Tourismus haben in Online-Seminaren gelernt, wie sie sich und ihre Gäste auf Reisen schützen, aber auch wie sie mit möglichen Verdachtsfällen umgehen sollen. War die Stimmung im öffentlichen Raum in den Anfangstagen der Pandemie noch angespannt und unsicher, weiß die Gesellschaft heute selbstsicher damit umzugehen. Das freundliche Miteinander ist zurück. Kenia hat sich dem „Neuen Normalzustand“ angepasst. Und ist bereit, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes wieder zum Leben zu erwecken. 

Während der lokale Tourismus durch die kenianische Mittelschicht einige Reiseveranstalter kurzzeitig über Wasser hält, kann dieser das Loch, das das Ausbleiben des internationalen Tourismus hinterlassen hat, dennoch nicht stopfen. Großen Profit zu machen, Rücklagen wieder aufzustocken und neue Investitionen zu planen – darum geht es zurzeit nicht. Gehälter zu zahlen, nur darum geht es. „Ich will nur meine Angestellten bezahlen“, hört man viele Manager sagen. Absicherung durch den Staat gibt es so gut wie keine. Kurzarbeit in Kenia? Fehlanzeige. Von jedem Gehalt, von jedem Safari Guide, Koch, Kellner oder Mechaniker sind indirekt viele Familienmitglieder abhängig. Der Tourismus trägt rund 9 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei, beschäftigt mehr als zwei Millionen Menschen, indirekt noch viele Millionen mehr. So groß ist damit auch die Freude über jeden einzelnen Gast, jeden einzelnen Kunden. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich bin, Touristen zu sehen“, ruft uns der Besitzer eines Supermarktes in Diani Beach an Kenias Südküste zum Abschied über den Parkplatz hinterher. Den Großteil seines Umsatzes macht er normalerweise mit dem Verkauf von Lebensmitteln an Hotels. Haben diese keine Gäste, bricht auch sein Geschäft weg. Eine Kettenreaktion, die auch viele andere betrifft: Die kleine Tankstelle irgendwo im Nirgendwo auf dem Weg in den Nationalpark, die Schneiderei, die Uniformen für Lodge Angestellte näht, der Hersteller von Safarizelten, der Kleinbauer und der Metzger, die Restaurants beliefern, das Tierheim, das seine Schützlinge mit Essensresten aus Hotels ernährt.

Wir versichern dem Supermarkt-Besitzer, bald wiederzukommen und laufen schon wenige Minuten später einen der schönsten Strände der Welt entlang: Weicher, weißer Sand unter unseren Füßen, Kokospalmen wehen im Wind, die Wellen des türkisblauen Indischen Ozeans plätschern ans Ufer – und all das teilen wir mit nur ein paar lokalen Fischern, die im Schatten der Palmen ihre Netze flicken. Handtuch an Handtuch liegen, Slalom laufen durch ein Meer von Sonnenschirmen, das gibt es hier nicht. Wir haben Platz, wir können uns frei bewegen, wir können Corona für eine Zeit lang einfach vergessen. In der Beach Bar stehen weniger Tische, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann, die Kellner tragen bunte Masken und am Eingang wird unsere Temperatur gemessen. Die Calamari und der kalte Weißwein schmecken mit Ausblick auf den Ozean so gut wie eh und je. 

Auch im Tsavo Nationalpark begegnen wir auf unserem Game Drive einige Tage später keinen anderen Touristen. An den sonst viel besuchten Mzima Springs Quellen überraschen wir ein Krokodil, das mit einem großen Platsch ins Wasser springt – mit Besuchern hatte es nicht gerechnet. Die rote Erde, das goldene Gras, die Zebraherde und der gigantisch weite Ausblick vom „Poachers Lookout“ – hier spüren wir Freiheit, können durchatmen, abschalten und den Rest der Welt einfach hinter uns lassen. 

So sehr wir die Abgeschiedenheit genießen, so wissen wir auch, dass das Ausbleiben der Touristen ernste Folgen für diese unberührte Natur haben kann und bereits hat: Private Naturschutzgebiete wie die Ol Pejeta Conservancy, Zuhause der letzten beiden nördlichen Breitmaulnashörner, können den Schutz bedrohter Arten ohne ein Einkommen aus dem Tourismus nicht mehr lange aufrechterhalten und appellieren an die Öffentlichkeit, zu spenden.

Wer dieser Tage nach Kenia reist, erlebt das „Heimatland der Safari“ noch natürlicher und abgeschiedener als sonst. Wohl auch noch gastfreundlicher und engagierter als sonst. Die weiter geltende Ausgangssperre ab 21 Uhr bemerkt man im Bush gar nicht; das Tragen von Masken im öffentlichen Raum, das in anderen Ländern so politisiert wird, ist in Kenia ein Zeichen des Respekts, „Wearing is Caring“, und die entwaffnende Alternative des Hände Schüttelns. Es liegt in der Natur der Sache, dass man auf einer Safari die meiste Zeit im Freien verbringt und große Menschenansammlungen meidet. So war es schon immer und so ist es auch heute, in einer Zeit, in der es plötzlich so notwendig geworden ist. Eineinhalb Meter Abstand zu halten, daran wird man im Camp in der Masai Mara zwar auf geschnitzten Holztafeln erinnert, doch anstrengen, dies einzuhalten, muss man sich hier nicht. Es passiert ganz natürlich.

Die kleinen Löwen des Kananga-Rudels in der Masai Mara sind mittlerweile gar nicht mehr so klein. Als auf der anderen Flussseite ein Land Cruiser langsam heranrollt und schließlich zum Stehen kommt, bekommen die sechs aber einen ziemlichen Schreck und verstecken sich im Gebüsch. Der „große, stinkende Stein“ ist für ihre Mutter ein ganz normaler Anblick. Und auch die sechs Jungen, die ihre ersten Lebensmonate ohne Touristen verbracht haben, gewöhnen sich schnell an die neuen alten Gäste. Weniger als sonst werden sie dieses Jahr sehen. Guide Nick wird sich mehr denn je über jeden einzelnen von ihnen freuen.

Wir weisen darauf hin, dass die hier getätigten Aussagen und Angaben teilweise subjektiv sind und nach bestem Wissen und Gewissen von asa-africa.de erstellt wurden. Sie erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und können durch tägliche Gesetzesänderungen teilweise nicht immer aktuell sein. Wir übernehmen keine Haftung für evtl. hier getroffene falsche oder missverständliche Aussagen. 

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